Sehenswürdigkeiten in Berlin und Umgebung für Motorradfahrer
Berlin ist keine Fahrstrecke, sondern ein Standquartier. Die Stadt selbst befährt man im dichten Verkehr, mit vielen Ampeln, Baustellen und Tempo-30-Abschnitten. Wer die bekannten Punkte mitnehmen will, plant sie als kurze Zwischenstopps ein und nicht als Fahrspaß. Das Brandenburger Tor und der Reichstag liegen im Regierungsviertel, wo der Verkehr zäh ist und Parkplätze für Motorräder rar sind. Beides eignet sich als Foto-Stopp am frühen Morgen, bevor die Stadt voll ist.
Das Schloss Charlottenburg im Westen der Stadt ist die größte erhaltene Schlossanlage Berlins und über den Spandauer Damm gut erreichbar. Weiter draußen, in Richtung Südwesten, liegt Potsdam mit dem Park Sanssouci — die Anlage mit dem Schloss Friedrichs des Großen, der Bildergalerie und dem Neuen Palais. Potsdam ist von Berlin in einer knappen Stunde erreicht und der lohnendste Kultur-Stopp im direkten Umland.
Für Aussicht ohne Berge gibt es zwei erhöhte Punkte am Stadtrand: den Grunewaldturm über der Havel im Westen und den Müggelturm auf den Müggelbergen im Südosten. Beide stehen auf den höchsten natürlichen Erhebungen der jeweiligen Stadthälfte, sind aber flach angefahren — es geht hier um den Blick über Wald und Wasser, nicht um Kurven. Die Anfahrt zum Müggelturm führt durch den Wald bei Rahnsdorf und ist einer der ruhigeren Stadtabschnitte.
Sagen, Geschichte & Kultur entlang der Route
Die jüngere Geschichte Berlins ist überall greifbar. Der Berliner Mauerweg folgt auf rund 160 Kilometern dem früheren Grenzverlauf um West-Berlin und ist als Rad- und Wanderweg ausgeschildert. Mit dem Motorrad fährt man ihn nicht am Stück, aber viele Abschnitte kreuzen normale Straßen — die East Side Gallery, die Gedenkstätte Berliner Mauer an der Bernauer Straße und der Checkpoint Charlie sind als Halt gut erreichbar.
Am Übergang zwischen Berlin und Potsdam liegt die Glienicker Brücke über die Havel, auf der im Kalten Krieg Agenten ausgetauscht wurden. Rundum reihen sich die preußischen Schlösser und Parks: Sanssouci, das Schloss Cecilienhof, in dem 1945 die Potsdamer Konferenz stattfand, und die Villenkolonie am Wannsee. Diese Ecke verbindet Landschaft und Geschichte auf engem Raum.
In Potsdam-Babelsberg steht das älteste Großatelier-Filmstudio der Welt. Das Studio Babelsberg dreht seit über hundert Jahren, der angeschlossene Filmpark Babelsberg ist für Besucher geöffnet. Als Schlechtwetter- oder Halbtagsziel passt das gut in ein Standquartier am südwestlichen Stadtrand.
Natur & Stopps am Rande
Berlins Reiz für Motorradfahrer liegt im Wasser und im Wald am Rand. Im Westen breitet sich die Havel zu einer Seenkette aus — von Wannsee und Grunewald über Kladow bis nach Werder (Havel), der Inselstadt mit Altstadtkern im Fluss. Die Uferstraßen sind schmal und im Sommer belebt, aber landschaftlich der schönste Teil der Stadtnähe.
Im Südosten liegt der Müggelsee, der größte See Berlins, mit den bewaldeten Müggelbergen darüber. Rund um Köpenick und Friedrichshagen findet man ruhige Waldstraßen und Fähren über die Spree. Der Grunewald mit dem Teufelsberg, einem aufgeschütteten Trümmerberg, schließt die Stadt im Westen ab.
Wer weiter rauswill, erreicht nach Norden die Waldgebiete Barnim und Schorfheide mit dem Werbellinsee — eines der größten zusammenhängenden Waldgebiete Brandenburgs. Nach Südosten liegt der Spreewald mit seinen Fließen und Kähnen, der sich als Tagesziel lohnt. Barnim, Schorfheide und Spreewald sind schon Brandenburg und werden hier als Ausflugsziele genannt — die eigentlichen Reviere behandeln wir getrennt.
Genuss & lohnende Schlechtwetter-Stopps
Bei Regen ist Berlin dankbar. Die Museumsinsel mit Pergamonmuseum, Altem Museum und Neuem Museum, dazu das Deutsche Technikmuseum und die vielen Häuser rund um den Kulturforum füllen problemlos einen verregneten Tag. In Potsdam ergänzen die Schlossmuseen und das Museum Barberini das Angebot.
Am Wasser reihen sich Ausflugslokale und Biergärten. Rund um Wannsee, Werder, den Müggelsee und in Köpenick gibt es Terrassen direkt am Ufer — im Sommer voll, aber die passende Pause nach einer Umlandrunde. Fähren wie die nach Kladow lassen sich als kleine Wasserpause einbauen.
Werder (Havel) ist für seinen Obstanbau bekannt; im Frühjahr blühen die Obsthänge, und Höfe und Straußwirtschaften verkaufen Obst, Säfte und Obstweine direkt ab Hof. Das Baumblütenfest im Frühjahr ist der bekannteste Termin, macht die Stadt dann aber auch sehr voll — an normalen Wochenenden fährt man entspannter hin.